Leiden an sich selbst, leiden an der Welt - Neurose
Leiden an sich selbst, leiden an der Welt
= Neurose + neurotische Affektstörungen
Neurosen
= leichte bis mittelschwere seelische Störungen
ausgelöst durch unbewußte Konflikte im Kindesalter
mit krankhaften Auswirkungen im Erwachsenenleben
Neurotische und gesunde Menschen verarbeiten denselben Konflikt unterschiedlich
Psychoanalytische Sicht
= Mangelnde Anpassung des Ichs an die Innen- und Außenwelt, da zu schwachNährboden = frühe Traumatisierungen
- der Klient befürchtet UNBEWUSST die Erinnerung daran nicht zu ertragen,
also wehrt er die Konflikte BEWUSST ab
Neurose
= Spagat zwischen verborgenem inneren Konflikt + Anforderungen an die Realität
= zwischen Autonomie- und Abhängigkeitsbestreben
= verdrängte/unbewältigte Konflikte werden auf die Körperebene verschoben
Bsp.
Kind wird emotional alleingelassen = Albträume
Erwachsener verdrängt = verschiebt Angst auf z.B. Spinnen = Jemand beseitigt sie = Zuwendung
Sicht der kognitiven Verhaltenstherapie
Neurose = erlerntes Verhalten über einen längeren Zeitraum, im Verlauf des Lebens,das unzureichend oder unangemessen ist (= destruktive Wirkung auf Gedanken, Gefühle, Handlungen)
mit bestimmten Auslösern und Bedingungen, die die Symptome aufrechterhalten
Bsp.Stresssituation - Herzklopfen, Zittern, schnelle Atmung - Angst ohnmächtig zu werden = Panikattacke - erlebt im Fahrstuhl = wachsende Angst den Lift bei unklaren inneren Signalen zu benutzen = Vermeidung des Lifts = Angst hält sich langfristig aufrecht, da keine andere Erfahrung gemacht werden kann
Neurose = Realitätsverzerrung - bezieht z.B. alles auf sich = Fehlinterpretationen
= Klienten sind sich ihres Zustandes bewußt
= betrifft nur Teilbereiche der Persönlichkeit
= Vermeidungsverhalten
= TYPISCH: Leidensdruck - wären gerne anders, Bereitschaft zur Therapie groß!
Psychose
= Realitätsverlust - Bezug zur Realität geht verloren
= z.B. verfolgt von Aliens...
Unterscheidung
Charakter-Neurose (heute Persönlichkeitsstörung)
- das Verhalten wird als zur Persönlichkeit gehörend empfunden, da sich der Klient mit dem neurotischen Verhalten identifiziert, er leidet nicht zwangsläufig darunter
Symptom-Neurose (unter F4 zusammengefasst)
- werden als störend/belastend erlebt - Klienten fühlen sich beeinträchtigt - Symptome erhalten einen Krankheitswert
- Psycho-Neurose = psychische Symptome (Zwänge, Ängste, depressive N.)
- Konversions-Neurose = körperliche Symptome (Herzneurose, hysterische N.)
gehören zu den psychogenen Störungen (wie die Belastungsstörungen)
allgemeine Bezeichnung für psychische Störungen
- ohne erkennbare körperliche Ursache
- ohne andere psychiatrische Erkrankung
- Betrifft nur Teilbereiche der Persönlichkeit
- Klienten sind sich ihres Zustandes bewußt
z.B.
- spezifische Phobien wie Flugangst, Angst vor Enge, ...
- Agoraphobie = mehrere Ängste, die zusammenhängen = schränkt den Klienten extrem ein
- Panikstörung = wiederkehrende schwere Angstattacken
- soziale Phobie, meist Angst im Mittelpunkt zu stehen und beobachtet zu werden
2. Zwangsstörungen (F42)
- Zwangsgedanken
- Zwangshandlungen
3. Dissoziative Störungen (F44)
z.B.
- Amnesie
- Fugue
- Stupor
- Konversionsstörung
- multiple Persönlichkeitsstörung
4. Somatoforme Störungen (F45) - seelische Konflikte zeigen sich im Körper
z.B.
- hypochondrische Störung
- somatoforme autonome Funktionsstörung
5. neurotische Depression (Dysthymie) - (F34.1) (= affektive Störung)
Entstehung / Ätiologie
nach Hoffmann / Hochapfel:
- Konfliktmodell (Entwicklungskonflikte)
- Defizitmodell (Entwicklungsdefizite)
- Traumamodell (traumatische Schädigung)
- Stressmodell
- Lernmodell (verfehlte Lernvorgänge)
Therapie
- meist kognitive Verhaltenstherapie
- Medikamente nur begleitend, falls überhaupt
Quelle:
Lehrbuch Heilpraktier für Psychotherapie / Christopher M. Ofenstein
Psychotherapie für Dummies
Bildquelle: Pixaby / Pexels


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