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Leiden an sich selbst, leiden an der Welt - Neurose

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Leiden an sich selbst, leiden an der Welt  = Neurose + neurotische Affektstörungen Neurosen = leichte bis mittelschwere seelische Störungen          ausgelöst durch unbewußte Konflikte im Kindesalter                 mit krankhaften Auswirkungen im Erwachsenenleben Neurotische und gesunde Menschen verarbeiten denselben Konflikt unterschiedlich    Psychoanalytische Sicht = Mangelnde Anpassung des Ichs an die Innen- und Außenwelt, da zu schwach Nährboden = frühe Traumatisierungen        - der Klient befürchtet UNBEWUSST die Erinnerung daran nicht zu ertragen,          also wehrt er die Konflikte BEWUSST ab Neurose = Spagat zwischen verborgenem inneren Konflikt  +  Anforderungen an die Realität  = zwischen Autonomie- und Abhängigkeitsbestreben  = v...

Reaktive Störungen

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Reaktive Störungen - Lebenssituationen machen krank   und zerstören die äußere und innere Ordnung F 43 - diese Störungen lassen sich NUR durch das Auftreten einer äußeren schweren Belastung erklären.   ohne diese äußere Einwirkung wären sie nicht entstanden. Bedrohungen Katasthrophen schwere Kränkungen Verlusterlebnisse... führen zu Auffälligkeiten im Erleben und Verhalten = inadäquate übersteigerte Reaktionen Anpassungsstörung - F 43.2 aktue Belastungsreaktion - F 43.0 chronische Belastungsstörung - F 43.1 1. Anpassungsstörung = ist eine unterschwellige Störung, wird nur diagnostiziert, wenn die Kriterien für eine spezifische Störung nicht erfüllt sind!  = normale Reaktion auf ein negative Ereignis = keine seelische Erkrankung Abgrenzung zur PTBS: TYPISCH: keine Flashbacks, keine Albträume Im Grenzbereich zwischen - akuter Reaktion und - der Entwicklung einer neurotischen Depression oder Angststörung Unterformen: Kurze- / Lange- depressiv...

Suizid + Suizidalität - Diagnostik + Therapie - 3

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SUIZID + SUIZIDALITÄT   DIAGNOSTIK Abschätzen der suizidalen Gefährdung - Thema Suizid ansprechen! Welche Faktoren liegen vor? Motivation verstehen. Liegen psychische Erkrankungen vor? Welche Werte, religiöse Überzeugungen, Zukunftsperspektiven hat der Klient? Welche inneren Regeln hat der Klient?       Suizidgedanken behutsam erfragen/ansprechen. Klienten erleben es meist als Entlastung. Es ist aber nicht sicher, dass die Selbsttötungsabsicht dadurch aufgegeben wird. Spezielle Fragebögen: Gießen-Test , Selbsteinschätzungsskala Passive Suizidalität = Wunsch nach Ruhe und Auszeit = keine konkreten Handlungsabsichten erkennbar Akute Suizidalität = ständige Beschäftigung mit dem Suizid + konkrete Selbsttötungspläne vorhanden Personen die akut suizidgefährdet sind gehören NICHT in die Hände eines HPs,  sondern in  stationäre Therapie! THERAPIE Krisenintervention = Prävention - sofort beginnen - das Umfeld des Patienten ...

Suizid + Suizidalität - Prävention - 2

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SUIZID + SUIZIDALITÄT    PRÄVENTION PÖLDINGER - SUIZIDALE KRISE Drei Phasen 1. Erwägung - gedankliche Beschäftigung     gefördert durch                               - psycho-soziale Faktoren (z.B. Existenzängste, soz. Isolierung, ...)                               - Zuspitzung der Lebenssituation                               - suggestive Einflüsse (Bericht über Suizide, ...) 2. Ambivalenz - unentschlossen, hin- und hergerissen     S. kann durch "Krisenintervention" noch aufgehalten werden       bemerkbar durch                ...

Suizid und Suizidalität - 1

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SUIZID + SUIZIDALITÄT   DEFINITION Suizidalität = alle Kräfte eines Menschen streben danach dem eigenen Leben ein Ende zu setzen    - Wunsch: Ruhe, Veränderung der Lebenssituation, das Leben unterbrechen/pausieren mit dem                     Risiko zu sterben Suizid = absichtliche Selbstschädigung mit dem Ziel eines tödlichen Ausgangs            = kann in der vollendeten Selbsttötung enden, aber auch im Suizidversuch Parasuizid = ohne wirkliche Selbsttötungsabsicht = Verzweiflungstat, um Aufmerksamkeit zu erlangen, Hoffnung auf Rettung Wird die Ursache des Parasuizids nicht erkannt und nicht therapeutisch behandelt, kann auf den absichtlich missglückten ein tatsächlicher Suizidversuch folgen. Parasuizid = nicht in der ICD-10 = sondern gilt hier als vorsätzliche Selbstbeschädigung Grundproblem: Schweigen - es wird nicht über das eigentlich Problem gesprochen, ...man macht ...

Suizid + Suizidalität - Unterbringungsgesetz - 4

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  SUIZID + SUIZIDALITÄT    UNTERBRINGUNGSGESETZ Das Unterbringungsgesetz regelt die Unterbringung psychisch kranker Menschen . Es handelt sich um ein Landesrecht , deshalb gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Regelungen, aber mit ähnlichem Inhalt. Geregelt wird die feiwillige oder zwangsweise Unterbringung. Zwangsweise Unterbringung - Voraussetzung - ärztliche Diagnose einer schwerwiegenden psychischen Störung muss vorliegen - Eigen- und/oder Fremdgefährdung - Einlieferung durch Polizei möglich, wenn der Amtsarzt nicht erreichbar ist (Gesundheitsamt)   Aufnahme in die Klinik - sofortige Untersuchung muss erfolgen - bestätigt sich der Verdacht nicht, so darf die Person nicht gegen ihren Willen festgehalten werden. Bestätigt sich der Verdacht, so muss der Arzt sofort den Antrag beim Amtsgericht auf richterliche Anordnung der Unterbringung stellen - nach einer festgelegten Frist wird über die endgültige Unterbringung durch ein...

Schädel-Hirn-Trauma

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Neurologische Erkrankungen 5. SCHÄDEL-HIRN-TRAUMA (SHT) Notfall intensiv-medizinische Betreuung psychische Veränderungen als Folge DEFINITION Sammelbezeichung für Schädelverletzungen, die durch äußere Gewalteinwirkung verursacht sind - einhergehend mit Schädigungen des Gehirns, des Schädels und/oder der Kopfschwarte früher: Unterteilung in Comotio cerebri (Gehirnerschütterung) + Contusio cerebri heute: Unterteilung in 3 Schweregrade KLASSIFIKATION Schweregrad wird mit der GCS (Glasgow Coma Scale) festgelegt       - je weniger Punkte, desto größer die Schädigung offene Schädelverletzung       - offene Verletzung = erhöhte Infektionsgefahr!!! geschlossene Schädelverletzung        SYMPTOMATIK - je nach Art der Schädel- und Hirnverletzung akute Symptome: - Bewußtseinsstörungen (von leichter Vigilanz bis Koma) - Amnesie - Kopfschmerzen - Schwindel - Übelkeit ...

Multiple Sklerose

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Neurologische Erkrankungen 4. MULTIPLE SKLEROSE Synonyme:  disseminierte Sklerose, Encephalomyelitis - häufige neurolog. E. - möglich sind psychische Veränderungen bis hin zur Demenz DEFINITION - chron. Entzündung des ZNS , Ursache ist unklar - Es entstehen Entzündungsherde, die eine Entmarkung des ZNS, d.h. den Verlust der Markscheiden   der Nervenzellen bewirken. Hauptsächlich im Hirnstamm, Rückenmark, Kleinhirn, Sehnerven und   in der weißen Substanz (substantia alba) - Entzündungsherde wechseln zeitlich und räumlich Symptom-Trias (Charcot-Trias) =  Anzeichen für eine Kleinhirnschädigung, tritt i.Allg. im späteren Verlauf auf, selten isoliert. Augapfelzittern (Nystagmus) skandierende Sprache Intentionstremor (Zittern beim Ausführen einer Bewegung) SYMPTOMATIK Anfangsstadium: - rasche Ermüdbarkeit - Schweregefühl in den Beinen - Schwächegefühl in den Gliedmaßen - Schwindel - Stolpern über kleine Hindernisse - Entzündung des Sehne...

Chorea Huntington

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Neurologische Erkrankungen 3. CHOREA HUNTINGTON bekannt auch als Veitstanz (griech. chorea = Tanz) DEFINITION - zuckende, einschießende Bewegungen - von George Huntington (Arzt) erstmals als Erbkrankheit beschrieben - Kennzeichen: choreatische Hyperkniesien / psychopathologische Phänomene / Demenz SYMPTOMATIK Beginn:  psychopathologische Phänomene, die oft übersehen werden - Affektlabilität - Reizbarkeit - kognitive Fähigkeiten sind beeinträchtigt (z.B. Konzentrationsstörungen) - depressives Syndrom (manchmal auch manisch oder pranoid-halluzinatorisch) - Suizidalität Später zusätzlich: - aggressive Tendenzen und Enthemmung - Resignation und Gleichgültigkeit (betr. Umwelt und eigene Person) - demenzielles Syndrom Charakteristische Bewegungssstörungen: - choreatische Hyperkninesien (kurze, einschießende Bewegungen, ruckartig + unregelmäßig, normaler Bewegungsablauf unmöglich) - unwillkürliche Kontraktion der Schluck- und Sprechmuskulatur (Schlucken und ...

Morbus Parkinson

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Neurologische Krankheitsbilder 2. MORBUS PARKINSON - bekannt als Schüttellähmung (shaking palsy) - 1817 von James Parkinson beschrieben - Synonyme: Parkinson-Syndrom, Parkinson-Krankheit - geht oft einher mit einer depressiven Symptomatik und im Spätstadium mit einer Demenz - langsam, unaufhaltsam fortschreitende Erkrankung des ZNS - unheilbare chron. Erkrankung Morbus Parkinson = hypokinetisches-hypertones Syndrom mit der Trias : Tremor (Zittern) Rigor ( Steifigkeit) Akinese (Bewegungsarmut) KLASSIFIKATION nach der Entstehung: - idiopathisch oder primäre Form (über 80% der Fälle, degenerativ, ohne erkennbare Ursache)           - das ist die eigentliche Form: die schwarze Substanz des Mittelhirn geht zugrund             (dopaminerge Neuronen in der Substantia nigra) - symptomatisch oder sekundäre Form (ausgelöst durch Medikamente, Vergiftungen, Tumor,   ...

Epilepsie

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Neurologische Krankheitsbilder Häufig: Epilepsie Morbus Parkinson Chorea Huntington Multiple Sklerose Schädel-Hirn-Trauma 1. EPILEPSIE (Fallsucht / Heilige Krankheit / Morbus sacer) - als Langzeitfolge der Epilepsie können psychische Veränderungen auftreten (chron. organ. Psychosyndrom) Definition - plötzliche Übererregbarkeit vieler Nervenzellen  = Gewitter im Gehirn - plötzliche Entladung von Neuronen geht mit der Gleichschaltung    vieler Nervenzellen einher (Synchronisation)       - bleibt die Entladung auf ein  Hirnareal beschränkt = partieller bzw. fokaler Anfall       - Erregung über das ganze Gehirn ausgebreitet = generalisierter Anfall Gelegenheitsanfälle durch Fieber oder Blutzuckersenkungen sind möglich. Erst wenn die Anfälle wiederholt und gesichert auftreten spricht man von Epilepsie. KLASSIFIKATION - nach der Entstehung      - idiopathische (oder genuine = angeboren) E. ...

Gehirnregionen

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Gehirnregionen Großhirn Zwischenhirn Stammhirn Kleinhirn Großhirn - rechte und linke Gehirnhälfte (Hemisphären) - verbunden mit dem Balken (Corpus callosum) - gegliedert in: Stirn- / Scheitel- / Schläfen- / Hinterhauptslappen Gyri (Hirnwindungen) Sulci (Furchen) - führt höhere Verstandesleistungen aus - das unterscheidet uns vom Tier            - z.B. Bewußtsein, Gedächtnis, Wille, Kreativität Zwischenhirn Thalamus, Hypothalamus, Zirbeldrüse (Corpus pineale) = Verbindung zwischen Großhirn und Hirnstamm Thalamus = Tor zum Bewußtsein  Informationen, die in das Bewußtsein gelangen sollen, werden an die Großhirnrinde weitergeleitet Afferente Impulse aus der Peripherie werden hier gefiltert Hypothalamus = oberste Befehlsstelle des autonomen Nervensystems (steuert Körperwärme, Kreislauf, Verdauung, ...) - Sitz der Hypophyse (Hirnanhangdrüse)  - diese setzt Hormone frei, wenn der Hypothalam...

Nervensystem

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ANATOMIE Zentrales Nervensystem (ZNS) = Gehirn + Rückenmark = umgeben von Haut + umspült vom Liquor (Nervenwasser) = schützt und ernährt ZNS = graue Substanz (hauptsächlich Leitungsbahnen) + weiße Substanz (alle Nervenzellkörper) Ventrikel = Hohlraumsystem im Gehirn, gefüllt mit Liquor Peripheres Nervensystem (PNS) = motorische und sensible Bahnen       -  motorische Bahnen - Signale werden vom ZNS in die Peripherie geschickt       -  sensible Bahnen - Signale werden von der Peripherie zum ZNS geschickt 12 Hirnnervenpaare 31-33 Spinalnervenpaare (8 Hals- / 12 Brust- / 5 Lenden- / 5 Kreuzbein-, 1-3 Steißbeinnerven) Somatisches Nervensystem   (animalisches N.) regelt alles willkürlichen Funktionen, z.B. Bewegungsabläufe  - Nervenleitungen sitzen im zentralen UND peripheren NS Vegetatives Nervensystem (autonomes oder viszerales N.)  koordiniert alle Vitalfunktionen, die nicht durch den Wille...

Neurobiologie

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Neurobiologie = eigenständiger medizinischer Fachbereich Beschäftigt sich mit Lehre + Therapie von organischen Störungen des zentralen, peripheren und vegetativen NS, bei dem psychische Symptome untergeordnet sind. Wahrnehmen von Sinnesreizen - Integration der Reizinformation - Reizantwort  Das Nervensystem ist für die Wahrnehmung von Sinnesreizen, die Verarbeitung und Integration des Wahrgenommenen, sowie für das Auslösen einer angemessenen Verhaltensweise verantwortlich.   Es ist dem Denken und Fühlen übergeordnet. Die Richtung der Erregung erfolgt dabei durch  - sensible oder sensorische Nerven afferent - d.h. von peripher nach zentral  - motorische Nevenfasern efferent - d.h. von zentral nach peripher  Anatomische Grundlagen Das Nervensystem wird nach Lokalisierung oder Funktion unterschieden: Lokalisierung - ZNS - zentrales Nervensystem              ...